3. Juni 2026
Emils in der Badischen Zeitung: "Bio-Saucen als Erfolgsmodell"
Anfang Juni hat uns die Badische Zeitung in der Manufaktur besucht und unter dem Titel „Bio-Soßen als Erfolgsmodell" über 17 Jahre Emils geschrieben: über den Anfang in einer WG-Küche, über einen Professor, der vom Start abriet, und über die Frage, wie man Soßen ohne Zusatzstoffe macht. Wir haben uns über den Besuch gefreut – und fassen die schönsten Punkte hier zusammen.
Vom WG-Dressing zur Manufaktur
Angefangen hat alles in einer Küche. Michael Wiese und Mitgründer Jens Wages – kennengelernt während ihres Zivildiensts in Sankt Blasien – kochten gerne, und ihr Honig-Senf-Dressing war im Freundeskreis ein Dauerbrenner. Die Rezeptur war schon damals so unaufgeregt, wie sie heute noch klingt: Öl, Apfelessig, Honig, Senf, Salz, Pfeffer und ein Schuss Apfelsaft. Ohne Verdickungsmittel, ohne künstliche Aromen.
2009 wurde aus dem Dressing ein Unternehmen. Benannt haben es die beiden nach Wieses erstem Sohn, der im selben Jahr zur Welt kam: Emil. Heute, rund 17 Jahre später, ist Emil 17 Jahre alt – und hilft ab und an in der Manufaktur beim Etikettieren mit.
Ein Anspruch, von dem abgeraten wurde
Der Plan der beiden Gründer war für die damalige Zeit ungewöhnlich: Soßen ganz ohne Zusatzstoffe, ohne Verdickungsmittel, ohne Hefeextrakt und ohne zugesetzten Zucker. So, wie Oma sie daheim machen würde, beschreibt es Wiese im Gespräch mit der Zeitung. Dass das schwierig werden würde, war absehbar – ein Professor für Lebensmitteltechnologie soll ihnen sogar ausdrücklich davon abgeraten haben.
Zwei Jahre nach der Gründung standen Wiese und Wages auf der Biofach in Nürnberg, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel. Am letzten Messetag kam ein Einkäufer von Dennree vorbei – und nahm die ersten Dressings ins Sortiment. Bis heute stehen die Emils-Produkte in den über 300 Denns-Biomärkten.
Kalt gerührt, regional gedacht
Was sich seit dem ersten Dressing nicht verändert hat: die kurze Zutatenliste, kein zugesetzter Zucker, keine Verdickungsmittel. Unsere Soßen werden kalt angerührt statt erhitzt, damit Nährstoffe und Aromen erhalten bleiben. Und wo es geht, kommen die Rohstoffe aus der Region – ein Teil der Senfkörner stammt von einem Hof in Löffingen, den Essig stellt ein Weingut aus der Nachbarschaft her.
Inzwischen ist die Produktpalette stetig gewachsen: von der französischen Vinaigrette und dem Sylter Dressing über veganen Mayo, Tomatenketchup und süßen Senf bis hin zur veganen Sauce Hollandaise, Chilisauce und Smoothies. Geblieben ist das Prinzip dahinter – das Weglassen.
Gewachsen – aus eigener Kraft
Aus dem Zwei-Mann-Projekt ist ein Betrieb mit rund 15 bis 20 Mitarbeitenden geworden – in Küche, Lebensmitteltechnik, Vertrieb, Marketing und Logistik. Seit 2015 sitzt Emils in Freiburg; 2023 ist das Team in den eigenen Firmensitz an der Berta-Ottenstein-Straße gezogen. Bis auf dessen Bau ist das Unternehmen bisher ohne Fremdkapital ausgekommen. Gewinne fließen zurück in den Betrieb.
„Wir sind seit der Gründung jährlich zwischen 20 und 30 Prozent gewachsen."
— Michael Wiese in der Badischen Zeitung, Juni 2026
Heute gibt es die Produkte in vielen Bioläden, bei Alnatura und in zahlreichen Freiburger Edeka-Märkten – und sie werden bis nach Japan geliefert. Michael Wiese ist inzwischen alleiniger Geschäftsführer, Jens Wages als Gesellschafter weiterhin an Bord.
Danke nach Freiburg
Dass eine Lokalzeitung sich die Zeit nimmt, eine Manufaktur wie unsere genauer anzuschauen, freut uns – und passt zu dem, was uns wichtig ist: zeigen, statt behaupten. Wir bedanken uns für den Besuch und die Geschichte.
Quelle: Badische Zeitung, „Bio-Soßen als Erfolgsmodell", von Anika Maldacker, erschienen am 3. Juni 2026, Rubrik „Arbeitsplatz Breisgau". Der vollständige Artikel ist hinter einer Paywall abrufbar: badische-zeitung.de.